Wenn erfahrene Verwaltungschefs selbst schon vorausdenken
Beim GVV Kirchberg-Weihungstal, dem Gemeindeverwaltungsverband, der für fünf Mitgliedsgemeinden unter anderem die komplette Finanzwirtschaft übernimmt, war Künstliche Intelligenz im Rathausalltag längst kein Fremdwort mehr – nur eben ohne offiziellen Rahmen. Die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden gelten als ausgesprochen EDV-affin, nutzten privat teils sogar schon ChatGPT Premium und wussten genau, welches Effizienzpotenzial KI für die Verwaltungsarbeit bergen kann. Seit einiger Zeit tauschten sie sich informell darüber aus, wie sich das Thema für ihre Verwaltungen sinnvoll und sicher angehen ließe.
Für sie war klar: Es war nur eine Frage der Zeit, bis eine unautorisierte, private KI-Nutzung durch einzelne Mitarbeitende zum echten Risiko würde – rechtlich wie inhaltlich. Also beschlossen die Bürgermeister, das Thema nicht länger nur zu beobachten, sondern aktiv eine passende, datenschutzkonforme Lösung zu suchen. Über Bürgermeister Erlewein wurden sie schließlich auf TIVIO aufmerksam; man gab sich gegenseitig Tipps und Ideen weiter, und so kam eins zum anderen.
Verlässlichkeit und Datenschutz als Auswahlkriterium
Bei der anschließenden Vorstellung zählten für den GVV vor allem zwei Dinge: Verlässlichkeit und Datenschutz.
„Uns war wichtig, dass es grundsätzlich einfach gut funktioniert und die Ergebnisse stimmen. Und was bei uns als Kommune ja immer das große Thema ist: der Datenschutz. Da hat uns die persönliche Vorstellung von Daniel Bizer, dem Geschäftsführer von TIVIO, sehr geholfen, uns wurde genau erklärt, wie alles funktioniert – und dann wussten wir: Das ist für uns die Lösung.“
Laura Laub, GVV Kirchberg-WeihungstalMinischulungen, gepflegte Wissensquellen, ein klarer Rollout
Der Rollout lief bewusst niedrigschwellig: In kurzen Minischulungen zeigte das Team einfache Standardbeispiele – etwa eine Bürgeranfrage formulieren – genauso wie komplexere Anwendungsfälle, etwa einen kompletten Projektplan zur Umsetzung des 2b-Umsatzsteuergesetzes. Direkt im Anschluss bekamen alle Mitarbeitenden Zugang, damit sie nahtlos loslegen konnten; über eine Rundmail holte Laura Laub anschließend aktiv Feedback aus dem Team ein.
Als Wissensquellen hinterlegte das Team für den Start die wichtigsten Handbücher der Fachsoftware Enaio und Infoma sowie thematisch begrenzte Dokumente wie die Friedhofsgebühren-Unterlagen. Kollegin Daniela Hertler, Zentrale Dienste, wurde als feste Zuständige benannt, die diese Quellen regelmäßig auf Aktualität prüft – bewusst beschränkt auf das Wesentliche, damit der Pflegeaufwand überschaubar bleibt. Laura Laubs praktischer Tipp bei sehr umfangreichen Dokumenten: Hakt der Chat einmal, hilft ein neuer Chat mit erneutem Upload schnell weiter – der Mehraufwand dafür ist im Vergleich zum Gesamtnutzen minimal.
Fünf Gemeinden lernen gemeinsam: Ein besonderer Vorteil des Verbandsmodells: Zum Start waren Laura Laub und Désirée Feicht für TIVIO im gesamten Verband zuständig; inzwischen haben Désirée Feicht und Daniela Hertler die Administration mit Admin-Zugängen bei allen Mitgliedsgemeinden übernommen. Findet eine von ihnen eine nützliche neue Quelle oder Anwendung, lässt sie sich direkt bei allen anderen Gemeinden hinterlegen – Schulungen für die einzelnen Standorte laufen ebenfalls zentral über den Verband.
Von der Fachaufgabe bis zum Feedbackgespräch
Wie dringend der Bedarf tatsächlich war, zeigte sich ganz konkret an Laura Laub, Leitung Kämmerei: Sie ist dort allein zuständig für die gesamte Gebührenkalkulation – ein Fachgebiet, in dem es intern niemanden gibt, mit dem sie sich bei offenen Fragen austauschen kann. Als die Kalkulation der Friedhofsgebühren anstand, ein Thema, mit dem sie sich zuvor noch nie beschäftigt hatte, wurde das zur echten Belastungsprobe.
„Ich musste zum ersten Mal in meinem Leben Friedhofsgebühren kalkulieren – ein komplett neues Thema für mich. Eigentlich wollte ich dafür eine Schulung besuchen, aber die war erst viel zu spät terminiert.“
Laura Laub, GVV Kirchberg-WeihungstalDie Schulung hätte zudem nicht nur zusätzliche Kosten verursacht, sondern auch einen kompletten Arbeitstag blockiert – für eine ohnehin knapp besetzte Kämmerei ein spürbarer Ausfall.
* Vergleichbare Seminare zur Kalkulation von Friedhofs- bzw. Verwaltungsgebühren kosten aktuell zwischen rund 185 € und 250 € pro Teilnehmer:in (Standardpreis zzgl. MwSt., exkl. Fahrt-/Übernachtungskosten), hinzu käme ein voller Arbeitstag Ausfallzeit.
Statt darauf zu warten, entschied sich Laura Laub, sich das Thema mit Stadt_GPT komplett selbst beizubringen – von A bis Z, wie sie es selbst beschreibt – und lud dafür die relevanten Fachhandbücher als PDF hoch, rund 200 Seiten insgesamt.
Das Ergebnis überraschte selbst sie: Ohne Schulung, allein mit Stadt_GPT und den hochgeladenen Handbüchern, erarbeitete sie sich das komplette Thema – von den rechtlichen Grundlagen bis zur fertigen Kalkulation, passend auf die Besonderheiten einer kleinen Gemeinde zugeschnitten. Das Ergebnis konnte sie anschließend selbstbewusst im Gemeinderat vorstellen.
- Komplexe Fachthemen ohne Schulung Die Friedhofsgebührenkalkulation wurde von Laura Laub anhand von rund 200 Seiten hochgeladener Fachhandbücher komplett im Alleingang erarbeitet – inklusive Rechtsgrundlagen.
- Fachsoftware-Support ohne Umweg über Kolleg:innen Fragen zur Finanzsoftware Infoma beantwortet Laura Laub inzwischen selbst mit TIVIO. Désirée Feicht löste auf demselben Weg eine komplexe Admin-Aufgabe im Fachverfahren Enaio, die sonst stundenlange Handbuch-Recherche bedeutet hätte.
- Onboarding leicht gemacht Für Feedbackgespräche mit neuen Mitarbeitenden – darunter auch mit Désirée selbst – erarbeitet sich Laura Laub mit TIVIO praktische Gesprächsleitfäden, statt jedes Mal bei null anzufangen.
Besonders deutlich wird der Mehrwert bei Sitzungsvorlagen – ein Anwendungsfall, den beide unabhängig voneinander nutzen:
Désirée Feicht ließ sich von Stadt_GPT eine Sitzungsvorlage samt passender Rechtsgrundlagen entwerfen. Sie hat den Text nicht 1:1 übernommen, bekam aber einen wertvollen gedanklichen Anstoß dafür, wie sie Aufbau und Argumentation angehen kann.
Désirée Feicht, GVV Kirchberg-WeihungstalLaura Laub lud mehrere bestehende Sitzungsvorlagen anderer Gemeinden zum selben, komplexen Thema – digitale Wasserzähler und LoRaWAN – hoch. Das Ergebnis war eine ausgereifte Vorlage, an der nur noch Kleinigkeiten anzupassen waren.
Laura Laub, GVV Kirchberg-WeihungstalDabei startete Désirée Feicht als echter KI-Neuling:
„Ich war vorher, bevor ich TIVIO genutzt habe, überhaupt kein KI-Mensch, ich habe nicht einmal ChatGPT genutzt. Ich bin ein totaler KI-Neuling – aber ich kann es mir inzwischen gar nicht mehr wegdenken.“
Désirée Feicht, GVV Kirchberg-WeihungstalUmso größer war der Aha-Moment im Alltagsgeschäft: Als sie – erst wenige Wochen im Team – verzweifelt nach einer Mustervertragsvorlage suchte, fand Stadt_GPT den passenden Link in Sekunden, wo vorher stundenlange Recherche auf einer fremden Homepage nötig gewesen wäre.
„Man scheut sich ja auch, ständig bei anderen Kommunen anzurufen. Ich war wirklich fassungslos, wie gut das funktioniert hat – im Vergleich zu einer Google-Suche war das wie Tag und Nacht.“
Désirée Feicht, GVV Kirchberg-WeihungstalUnd was bedeutet das unterm Strich? Laura Laub hat es für sich überschlagen:
„In meinem Arbeitsalltag schätze ich die Zeitersparnis auf 20 bis 30 Prozent – das ist schon immens viel.“
Laura Laub Leitung Kämmerei, GVV Kirchberg-Weihungstal(25 % einer 40-Std.-Woche, Mittelwert der Spanne)
(bei ca. 4,3 Arbeitswochen)
* Modellrechnung auf Basis der Selbsteinschätzung von Laura Laub (20–30 % Zeitgewinn, hier mit dem Mittelwert 25 % gerechnet, 40-Std.-Woche, ca. 4,3 Arbeitswochen/Monat).
Für Laura Laub zählt dabei nicht nur die reine Stundenzahl: Bis zum Jahresende steht noch eine lange To-do-Liste an – und mit Stadt_GPT scheint es inzwischen sogar fast realistisch, ein gutes Stück davon voranzukommen. Es mache einfach Spaß, zuzusehen, wie die Liste zügig kleiner wird, sagt sie.
Über den individuellen Zeitgewinn hinaus zeigt sich der Effekt auch im Team: Laura Laub beschreibt ihre Kolleg:innen inzwischen selbst als begeisterte Nutzer:innen – und das, obwohl die Einführung in eine arbeitsintensive Urlaubszeit fiel, in der phasenweise nur die Hälfte des Teams anwesend war.
Vom Alleingang zur gemeinsamen Wissensbasis im Verband
Beim GVV ist TIVIO längst mehr als ein persönliches Werkzeug. Als Verband für fünf Gemeinden nutzt das Team seine Struktur aktiv: Désirée Feicht, Leitung Zentrale Dienste, und Daniela Hertler pflegen als TIVIO-Administratorinnen Wissensquellen und Zugänge über alle Mitgliedsgemeinden hinweg und führen Minischulungen vor Ort durch – Désirée Feicht hat selbst bereits eine Kurzschulung in der Gemeinde Illerkirchberg gegeben. Sie bringt bei jedem Besuch in einer Gemeinde neue Positivbeispiele mit – und hat damit schon manch skeptische Kolleg:in vom Ausprobieren überzeugt.
„Wenn ich das jemandem in einer anderen Gemeinde erkläre, sage ich: Du kannst da auch personenbezogene Daten nutzen, keine Sorge. Für mich ist TIVIO fast wie ein Ansprechpartner, mit dem ich mich austauschen und ins Detail gehen kann – nicht nur Google, das mir irgendetwas ausspuckt.“
Désirée Feicht, GVV Kirchberg-WeihungstalAls Nächstes steht die Umsetzung des KI-Agenten für die Verbands-Homepage an.
Auch aus der Praxis kam bereits konkretes Produkt-Feedback zurück: Laura Laub und Désirée Feicht wünschen sich gemeinsam die Möglichkeit, thematisch begrenzte Wissensquellen – wie die Friedhofsgebühren-Handbücher – von vornherein mit einem Ablaufdatum zu versehen, statt sich manuell ans Löschen erinnern zu müssen. Ein Wunsch, den TIVIO für die Weiterentwicklung mitgenommen hat. Für den GVV Kirchberg-Weihungstal und TIVIO ist genau das der Anspruch: sich als Partner zu verstehen und das gemeinsame KI-Haus Schritt für Schritt weiter auszubauen.
Auch die eigenen Wissens-Buckets sollen weiter wachsen: Erste Teammitglieder haben bereits damit begonnen, eigene Dokumente für ihre Themen zu erarbeiten – künftig sollen statt allgemeiner Handbücher zunehmend teamspezifische Dokumente entstehen, die genau auf die Fachbereiche der einzelnen Mitarbeitenden zugeschnitten sind.
